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Samstag, 14. Mai 2011

I want my money back.

Abb. Albrecht Dürer: Bildnis junge Venezianerin

 Wer erinnert sich nicht an die einst vertrauten, auch ästhetisch ansprechenden Geldscheine der alten DM.                                                                             
Zwischen Wiedervereinigungsjubel und Euroeinführung wurde sogar nochmal eine neue Motivserie der DM durch die Deutsch Bundesbank gestartet. Die dann letztendlich bloß 10 Jahre gültig war. Doch aus Sicherheitsgründen war das wohl notwendig.
Obwohl am Geringsten von Wert, haben mich von jeher die 5 DM Scheine am meisten beeindruckt. Die Anmut von Dürers Venezianerin oder der eindringliche Blick von Bettina von Arnim brachten mich ins schwärmen und dazu mich intensiver mit Kunst zu beschäftigen. 
Auch Anette von Droste Hülshoffs gewagte Dauerwellenfrisur und schmales, kluges Gesicht haben mich beeindruckt. 
Während ich zu Frau Tucher von Dürer auf den alten 20 DM-Scheinen keine rechte Beziehung aufbauen konnte. Überhaupt hat man sich, zumindest bei den niedrigen Scheinen oft an Dürer-Bildern oder Grafiken gehalten (5 DM, 10 DM, 20 DM) während dann in der neuen Serie durchwegs Abbildungen von deutschen Künstler/-innen, Wissenschaftler/-innen  etc. zu sehen waren.
Auch Frauen haben es dann endlich in der neuen Serie ab 1990 mit Clara Schumann und Maria Sybille Merian auf den 100 bzw. 500 DM Schein geschafft. Letztere war eine Naturforscherin und Malerin, die mitte des 17. Jhdt. in Nürnberg gelebt hat und deshalb wurden auch ein paar historische Gebäude dieser Stadt grafisch auf der Vorderseite mit eingearbeitet.

Es ist wirklich auffällig, daß die Abbildungen auf höherwertigen Geldscheinen früher den Männern vorbehalten war. 
Man erinnere sich nur an den Griesgram von Lucas Cranach auf dem alten 1000 DM-Schein.
Der zu sagen scheint. "Durch harte Arbeit wirst du es weit bringen". Die Trutzburgen und Symbole klerikaler Macht auf deren Rückseite. 
Während man den Frauen Musikinstrumente (20 DM) und Eichenlaub (Naturverbundenheit) (5 DM) zubilligte. Den Männern dagegen die Gorch Fock und wissenschaftliches Gerät (10 DM) (Abenteuerlust und Forschungsauftrag)  und das Holstentor (als Sinnbild kaufmännischen Erfolgs) zur Seite gestellt hat. Sicherlich auch ein Ausdruck des damaligen Geschlechterverständnisses und Hierarchie der 1960er Jahre.

Mit der Einführung des Euros 2002 hat man die Geldscheine depersonalisiert. Soll heißen daß man sich in Europa wohl nicht auf bestimmte Personen (vor allem welcher Nationalität?) hätte einigen können. Drum hat man die gleich weggelassen und sich auf die Darstellung verschiedener Kunstepochen und ihrem architektonischen Ausdruck geeinigt. Na ja, etwas langweilig aber eben der kleinste gemeinsame Nenner. Der 5 Euro Schein zählt jetzt nicht mehr unbedingt zu meinen Lieblingen. Viel schneller als früher scheint er unter den Fingern zu zerrinnen. Aber egal, Geld ist Geld und es wird wohl noch eine Zeit brauchen bis es endlich abgeschafft wird. Aber dann werden alle aufatmen.














 Abb. Geldscheine

1 Kommentar:

  1. Stimmt! Aus rein ästhetischen Gesichtspunkten sind die Euro- Scheine ein echter Fehlgriff.
    Vielleicht war dies auch eine Idee die Wirtschaft an zu kurbeln. Die DM- Scheine hat man lieber behalten und gesammelt. (Wenn man mal vom gestrengen rosa 500'er absieht*) Zu den Euro- Scheinen baut man schwer eine emotionale Bindung auf, die über ihren bloßen Marktwert hinaus reicht. Konsequenz: schnell ausgeben- und so die Wirtschaft zum brummen bringen.- Clever! ;-)

    *Dem 500'er hatte man eh nicht so oft in der Tasche, mir war jedenfalls der braune Riese also der 1000'er viel Lieber als zwei rosa 500'er, der mich zumal an meinen rosa Führerschein erinnert den ich auch nicht so Chic finde. Der Braune hatte etwas sehr beständiges, war auch meist ganz eigen in seinem Zustand, oft alt ehrwürdig fein angeknittert als hätten ihn schon viele vor einen lange mit sich rum getragen und pfleglich behandelt. Gerade fällt mir auf auch Zwei 5'er waren mir meist auch lieber als ein 10'er

    Gruß,

    Rubin

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